Die Wirkung von Gewalt

Veröffentlicht auf von Travis

Egal ob Amoklauf oder Serienmord - der Horrorfilm ist oft an allem schuld. Moralaposteln oder Boulevard-Blätter sehen im diesem Genre meist die
Wurzel von Gewaltverbrechen. Gott sei Dank gibt es aber noch Menschen,
die sich wissenschaftlich mit der Wirkung von Medien auf den Menschen befassen.
Eindeutige oder allgemein akzeptierte Beweise gibt es aber bis heute
immer noch nicht.
Es existieren lediglich vier verschiedene Thesen, die sich mit der
Auswirkung von Gewalt auseinandersetzen:

1. Die Katharsisthese sagt aus, dass die Darstellung von Gewalt vorhandene Aggressionen abführe (Selbstreinigung)

2. Die Stimulationsthese behauptet das Gegenteil. Die Darstellung von Mord
und Totschlag stimuliert das Gewaltpotential des Zuschauers.
Aggressionen würden dadurch richtig "angeheizt"

3. Die Inhibitionsthese geht davon aus, dass das Betrachten von Gewalt eine dämpfende Wirkung auf den Rezipienten habe. Das Gezeigte schaffe eine Angst
vor der Aggression und vermindert deshalb die Bereitschaft, selber gewalttätig zu werden.

4. Die Habitualisierungsthese hingegen behauptet, dass Gewaltdarstellungen
eine Art Abstumpfung beim Zuschauer zur Folge hat (innere Verrohung)


Ich persönlich glaube, dass alle vier Thesen nicht ganz falsch sind. Doch da wir Menschen ja alle verschiedene Charaktere haben, reagiert auch jeder anders auf Gewalt in den Medien. Nur eines ist wirklich sicher:
Eine eindeutige Erkenntnis wird es dies bezüglich nie geben.

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Veröffentlicht in Interessante Facts

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L
Ich gucke mir zwar keine Horrorfilme an, doch ich kann Leute verstehen, die es gerne tun. Die brauchen wahrscheinlich den Adrenalinkick oder so
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T
<br /> Yepp! So ist es! Vor Bungee hätte ich zuviel Schiss!!!<br /> <br /> <br />
P
Ich liebe Horrorfilme, bin Mitglied bei Greenpeace und arbeite mit behinderten Kindern. Nehme ich jetzt eine Sonderstellung ein? Jeder nach seiner Farcon. Zu bemängeln habe ich nur manche Altersfreigaben von der FSK. Ich frage mich wirklich, wer da die Filme bewertet. Sleepy Hollow ist zum Beispiel nur ab 16. In meinen Augen ein totaler Witz!
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T
<br /> Sonderstellung? Das hättest du wohl gerne;-) Nö, du bist nur ein normaler Mensch mit einer Schwäche für Horrorfilme. Leider Gottes ist es immer noch so, dass die Liebhaber solcher Filme direkt in<br /> eine Klischeeschublade gesteckt werden. Und die FSK war schon immer ein Witzverein! Das sind wir absolut konform!<br /> <br /> <br />
M
Ich denke, dass es darauf ankommt, wie reif ein Mensch ist und wie weit fähig, zu differenzieren.<br /> <br /> Alles, was man dauernd zu sehen bekommt , kommt einem irgendwann "normal" vor. Das sieht man z.B. daran, dass die Menschen die täglichen Horror-Meldungen in den Medien lediglich mit Bedauern hinnehmen, anstatt aufzubegehren.<br /> <br /> Und Jugendliche, die noch nicht wirklich verinnerlicht haben, was Tod bedeutet, können schon mal das Leben mit einem ihrer Computerspiele verwechseln.<br /> <br /> Ich frage mich oft, warum Menschen Horrorfilme anschauen? Tun sie es vielleicht, weil sie schon so abgestumpft sind, dass sie diesen Kick brauchen? <br /> <br /> Ich kann diese Filme nicht ertragen!
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T
<br /> <br /> Meiner Meinung nach können Gewaltdarstellungen nur im Kontext des sozialen Umfelds gesehen werden. Agressionen oder Neigungen zur Gewalt entwickeln sich zunächst<br /> einmal durch Erziehungs- und Umwelteinflüsse. Wer in seiner Kindheit oft geschlagen oder misshandelt wurde, braucht bestimmt keine Horrorfilme mehr, um selber aggressiv zu werden.<br /> <br /> <br /> Ich würde meinem rassitischen Nachbarn auch am liebsten mal den Schädel einschlagen. Ich tue es aber aus einem Grund nicht: Selbstkontrolle. Und pauschalisieren kann man bei Horrorfans auch<br /> nicht. Sind die zig Millionen Fans der Stephen King Bücher etwa alle abgestumpft? Ich glaube nicht. Es ist vielmehr die Lust an der Angst, die viele von uns fasziniert. Genau wie beim<br /> Bungeespringen oder Achterbahnfahren. Wir wissen das es im Grunde eigentlich nicht gefährlich ist, doch der Nervenkitzel bleibt trotzdem. Genau wie beim Horrorfilm. Man weiß genau, dass auf<br /> der Leinwand gleich der große Hai kommt und das arme Mädchen auffressen wird, doch wir wissen auch, dass wir auf der Couch oder im Kinosessel nicht wirklich in Gefahr sind. Die Mischung aus<br /> Sicherheitsgefühl und Nervenkitzel ist wohl der Grund, warum wir uns gerne fürchten.<br /> <br /> Ich kann aber Leute verstehen, die dieses Genre nicht mögen. Geschmäcker sind Gott sei Dank verscheiden. Persönlich mag ich zwar Horrorfilme sehr gerne, aber es muss nicht unbedingt Blut<br /> spritzen wie in einem Schlachthaus. Filme wie Shining oder Rosemaries Baby sind mein Ding, da sich das Grauen nur im Kopf abspielt und nicht auf der Leinwand. Man nennt sowas im Genre auch<br /> "Kunst der Aussparung".<br /> <br /> Wie sagte doch Edgar Allen Poe mal so schön: "Nichts ist schrecklicher, als die menschliche Phantasie"<br /> <br /> <br /> <br />
M
Seh ich genauso - an allem ist was dran, kommt aber auf den Einzelnen an. Reagiert auch jeder anders auf Schlagerparade, manche lullts ein, manche schwingen DANN erst recht die Axt... kannste nie verallgemeinern. <br /> Ich hab mit jungen Jahren schon gern Horrorfilme geguckt und tu keiner Fliege was zuleide, im Gegenteil. Vl benutz ich das sogar manchmal als "Ventil" zu meiner guten Seite, wer weiß? ^^ <br /> <br /> Zu übertriebene Gewaltdarstellung stößt mich allerdings auch eher ab, ein Grund weshalb ich Reservoir Dogs echt nicht nochmal sehen muss. Fakt ist für mich: Gesunde Menschen lassen sich egal durch welche Trigger nicht zu Dingen verleiten, die sie einfach nie tun würden. Wenn doch, waren sie vorher schon tickende Zeitbomben.<br /> <br /> Und dass manche Leute zB kranke Filme machen anstatt Serienkiller zu werden um ihre seltsamen Phantasien rauszulassen ist doch optimal - und dafür liebe ich Tim Burton! *gg*
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T
<br /> <br /> Ach komm, Reservoir Dogs ist doch nicht schlimm! Ok, die Szene mit dem Ohr ist schon übel...;-)<br /> <br /> Ich denke auch, dass das Anschauen von Horror-Movies für viele eine Art Ventil ist. Deshalb glaube ich am meisten an die Katharsisthese.<br /> <br /> Außerdem habe ich immer in Hinterkopf, dass es sich um Kunstblut handelt oder um Hundefutter, dass weiß lackiert wurde, um die menschlichen Gedärme darzustellen (Tanz der Teufel). Im wirklichen<br /> Leben kriege ich eine Krise, wenn die ne reale OP-Szene im TV zeigen. Ich kann also Realität und Fiktion gut auseinanderhalten.<br /> <br /> <br /> <br />
R
Naja, laut Michael Moore haben sie in den Staaten versucht Marilyn Manson, für den Amoklauf an der Schule in Columbine verantwortlich zu machen, ich hör die Jungs auch, muss ich mir da jetzt Gedanken machen....Lieber Fruß Regina
Antworten
T
<br /> <br /> Habe die Doku "Bowling for Columbine" auch gesehen. Marilyn Manson ist provokant und sicher nicht jedermanns Sache, doch er ist auch sehr, sehr intelligent. Wer die Musik nicht mag, soll sie eben<br /> nicht hören. Keiner wird dazu gezwungen. Ich finde Volksmusik viel schlimmer. Dort wird ständig eine heile Welt suggeriert. Das ist pure Verarsche!<br /> <br /> <br /> <br />