DVD-Tipp: Crossing Over
Unbequeme Produktionen mit sozialkritischem Sujet sind wirklich äußerst selten in der Traumfabrik. Das packend inszenierte Drama "Crossing Over" gehört zweifelsohne zu diesem raren Genre.
Regisseur Wayne Kramer setzt sich in seinem bisher besten Film mit dem heiklen Thema der Immigration auseinander und kritisiert, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu erheben, ein teils widersprüchliches und korruptes System, in dem das Erlangen der amerikanischen Staatsbürgerschaft manchmal mehr Fluch als Segen bedeutet. Fragen kann Kramer zwar keine beantworten, doch stellt er sie zumindest und hinterläßt nach gut zwei Stunden Laufzeit ein recht nachdenkliches Publikum.
Noch ein kurzes Wort zu den Schauspielern: Harrison Ford, Ray Liotta, Ashley Judd u.v.a. liefern ganz solide Leistungen ab und versuchen erst gar nicht, sich in den Vordergrund zu spielen. Es würde ihnen auch nicht gelingen, da Regisseur Kramer gekonnt die Schicksale der Menschen in den Fokus stellt, die wirklich alles erdenkliche versuchen, um feste Bestandteile einer angeblich fehlerfreien Gesellschaft zu werden.
Fazit: Starkes Drama, dass gänzlich auf Larmoyanz verzichtet und ein amerikanisches System in Frage stellt, dass sich bekanntlich ja nur allzu gerne als perfekt bezeichnet. 10 von 10 imaginären Punkten!