Filme als Sündenbock
Von Michael Kunczik
Politiker neigen dazu, das Fernsehen als Sündenbock aufzubauen und als Hauptverantwortlichen für eine angebliche Verrohung der Gesellschaft hinzustellen. Mit dieser Fixierung auf die Medien wird zugleich davon abgelenkt, daß zur Bekämpfung der tatsächlichen Ursachen von Gewalt (Armut, Arbeitslosigkeit, mangelnde Zukunftsperspektiven etcetera) nicht genügend getan worden ist beziehungsweise mehr getan werden könnte. Dies ist, wie der Medienforscher W. Nutz zutreffend herausstellt, ein wichtiger Aspekt der Gewaltdiskussion. Nutz unterstellt dem gesamten Bereich der Erforschung medialer Gewalt eine vollkommen falsche Fragestellung: "Es ist fast unverständlich, wieso Berufene und Unberufene sich ständig gebetsmühlenhaft zu der Verdammung der Gewalt in den Medien in einer Art strukturierter Liturgie zusammenrotten, ohne auch nur im Entferntesten daran zu denken, der realen Gewalt ernsthaft den Kampf anzusagen. Eine Gewalt-in-den-Medien-Forschung ohne eine enge Kooperation in der Gewalt-in-der-Realität-Forschung ist schlicht ein Unding."
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