Quarantäne

Das gesamte Filmgeschehen ausschließlich durch die wacklige Kamera eines der Protagonisten zu zeigen, erfreut sich mittlerweile immer größer Beliebtheit bei Regisseuren und Produzenten. Erfolgreiche Streifen wie "Blair Witch Project", "Rec" oder "Cloverfield", in denen die subjektive Sicht der Dinge (Point of View) konsequent ausgenutzt wird, zeigen, dass pseudodokumentarische Horrorfilme beim Rezipienten ankommen und voll im Trend liegen. Sogar Romero machte sich dieses Stilmittel für seinen "Diary of the Dead" ja selber zu eigen.
Mein persönlicher Favorit ist aber keiner von den gerade genannten Streifen, sondern der jetzt erwähnte "Quarantäne". Das Remake des spanischen "Rec" bietet (wie verwunderlich) zwar die gleiche Story, doch fällt die amerikanische Version einfach blutiger und - was noch viel wichtiger ist - erheblich spannender aus.
Plot: Reporterin Angela und Kameramann Scott begleiten ein Feuerwehrteam bei einem nächtlichen Routineeinsatz in einen Apartment-Komplex in Los Angeles, wo die fürchterlichen Schreie einer älteren Frau durch Treppenhaus schallen. Sehr bald stellt sich heraus, dass sich einige Bewohner mit einer neuen Art von Tollwut infiziert haben. Eine Flucht aus dem Haus ist plötzlich nicht mehr möglich, da das gesamte Gebäude von Soldaten unter Quarantäne gestellt wurde. Keiner kommt mehr raus oder rein! Für die Eingeschlossenen beginnt ein Kampf ums Überleben...
Zugebeben, die Story ist sehr minimalistisch und läßt während des Films (und auch danach) viele Fragen unbeantwortet, doch verzeiht man das fehlende WIESO,WESHALB & WARUM gerne, da Regisseur Dowdles die Spannungsschraube permanent anzieht und dem Zuschauer im Minutentakt Schock- und Splattereffekte um die Ohren haut. Zeit zum Nachdenken bleibt da herzlich wenig. Lobenswert ist auch die subjektive Kamera, die im Gegensatz zu "Cloverfield" nicht ständig herumwackelt und zum größten Teil gut erkennbare Bilder liefert. Das teilweise hyperaktive Spiel von Hauptdarstellerin Jennifer Carpenter, die besonders in den letzten zehn Minuten des Films ein wenig nervt, übersieht der nach Blut schreiende Genre-Fan mit einem Lächeln.
Fazit: Sauspannender Horror-Thriller, der das Original toppt und jeden Nagelknipser überflüssig macht. Das der streckenweise sehr brutale Streifen bereits ab 16 Jahren freigegen wurde, ist allerdings ein Joke, wie ihn nur die FSK-Clowns hinbekommen
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